Die Künstler der Familie

Ihr habt euch sicher gefragt, woher die wunderbaren Blumen stammen, die ihr auf dem Umschlag der Einladung bewundern könnt (die übrigens – nur so nebenbei – auch als Gastgeschenk dient, nur damit ihr’s wisst). Nun, wir mussten nicht lange suchen, um ein passendes Kunstwerk für diesen Anlass zu finden, denn die Kunst war bei uns zu Hause schon immer mit dabei. Die poetische Ader haben wir von klein auf eingeatmet – und zwar durch jene, die die wahren Künstler unserer Familie sind: unsere Väter.

Während Antonio, obwohl er nie eine Kunstschule besucht hat, schon als Jugendlicher ein leidenschaftlicher Experimentator malerischer Techniken war, hat Emilio seine wahre Berufung erst im „nicht mehr ganz so jungen“ Alter gefunden – vor drei Jahren wurde er ganz offiziell in die Klasse für klassische Gitarre am Konservatorium in Parma aufgenommen. Zahlreich sind inzwischen die Konzerte, ob als Solist oder in Kammermusikformationen, bei denen er eine Hauptrolle spielte (und die Mama natürlich tapfer alle durchgestanden hat…). Genauso unzählbar sind die Gemälde und Drucke von Antonio, die stolz in namhaften Ausstellungssälen in ganz Apulien – und darüber hinaus – gezeigt werden (sowie an den Wänden unseres eigenen Hauses).

Emilio, ganz rechts, der zusammen mit den anderen jungen Talenten des Konservatoriums auftritt.

Doch die wahre Inspiration, von der ich anfangs sprach, betrifft nicht einzelne Kunstformen im Speziellen. Musik und Malerei können zweifellos großartige Werke hervorbringen – aber was wir von klein auf gelernt und geschätzt haben, und heute mehr denn je, von unseren Vätern, ist das Bewusstsein, dass jeder Handgriff im Alltag zu wahrer Kunst werden kann. Kunst liegt in der Haltung, nicht im Ergebnis. In einfachen Gesten, die jeder von uns täglich vollziehen kann, wie:

Brot backen, …

… Fahrrad fahren, …

… mit einem Enkelkind spielen, …

… einen Apfel im Zug essen, …

… die Schwiegermutter umarmen, …

… für einen Akt in freier Wildbahn posieren,

… wenn sie mit Achtsamkeit und Bewusstsein getan werden, können sie tatsächlich zu jener Fülle des Lebens führen – zu jener Freude im Alltäglichen –, die wir letztlich für den wahren Ausdruck jeder künstlerischen Zeremonie halten.

Viel Glück für eure Karrieren!