Es besteht kein Zweifel: Das passende Geschenk für ein frisch verheiratetes Paar zu finden, ist eines der drängendsten Dilemmas, das die Seele derjenigen quält, die eine Hochzeitseinladung erhalten. Wir sind uns durchaus bewusst, dass diese Frage eure Tage und vor allem eure Nächte nicht unerheblich belasten könnte. Auf vielfachen Wunsch haben wir uns daher entschlossen, einen Artikel zu veröffentlichen, der ein für alle Mal klärt, welches Geschenk wir uns wünschen.
Eine erste Lösung für dieses Problem lässt sich in den Traditionen der schönen Region finden, in der wir heiraten werden: eine klassische Überweisung. Es ist dort nämlich üblich, dass die Gäste sich von dieser Sorge befreien, indem sie einen konkreten und stets geschätzten Beitrag zu den (berüchtigten) Kosten der Feierhalle leisten. Allerdings werdet ihr sehr schnell feststellen – und wir sagen es gleich im Voraus –, dass unser Fest eher bescheiden ausfallen wird: eine sehr einfache Angelegenheit. Wir werden lediglich ein kleines, schlichtes Mahl organisieren, das sich mit ein paar Kilos Mehl, einer ordentlichen Portion guter Arbeitskraft (unserer eigenen und vielleicht, wer weiß, auch eurer!) und einer großen Portion Muskelkraft zaubern lässt. Ja, vielleicht wird es das eine oder andere Bier geben, aber ehrlich gesagt – verlasst euch besser nicht darauf. Wir empfehlen euch sogar, bereits halbwegs satt zu erscheinen, damit wir nicht den ganzen Abend über das Grollen leerer Mägen hören müssen – das passt irgendwie nicht zur Stimmung des Abends.
Eine weitere Rettungsanker bieten die guten alten Traditionen: Da sich zwei junge Leute vermählen, wäre es sinnvoll, ihnen beim Einrichten ihres neuen Heims zu helfen. Und so häufen sich, wie durch Zauberhand, Ziergegenstände, Kerzenständer und Pfannen in großen Säcken, bereit, im Keller verstaut zu werden, um irgendwann an die nächste Generation weitergegeben zu werden (vielleicht die Kinder – oder eher die nächsten Heiratswilligen). Nun, auch wenn wir den Charme dieser alten Sitte durchaus zu schätzen wissen, müssen wir ehrlich zu euch sein: Unser Zuhause ist wirklich winzig, ein richtiges Nest; und es ist so gemütlich, dass wir überhaupt nicht daran denken, es zu verändern. Das heißt: Selbst wenn ihr uns „etwas Nützliches für das Haus“ schenken wolltet, müsstet ihr uns vorher ein neues Haus schenken – denn in unserem passt wirklich nichts mehr hinein.




Also stehen wir wieder am Anfang. Was kann man diesen beiden bloß schenken?! Kleine symbolische Aufmerksamkeiten Liebenswerte, duftende Grußkarten? Winzige, selbstgemachte Kreationen? …
Vielleicht liegt der Schlüssel in Wirklichkeit viel näher, als wir denken – vielleicht haben wir einfach zu weit gesucht. Wenn wir die Situation einmal genauer betrachten würden, sähen wir viele einzigartige Freunde, die sich darauf vorbereiten, ihre Zeit einzuplanen, um eine lange Reise in ein (für die meisten von euch) fernes Land zu unternehmen. Wir würden all diese Menschen sehen, wie sie neben Kleidung und Kulturbeutel auch ihre Lächeln in den Koffer packen und ihre große Lust, mit uns eine schöne Zeit zu verbringen. Ihre Blicke und ihre Aufmerksamkeit, ihre Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Momente, ihre verschiedenen Charaktere und ihre ganz persönlichen Zuneigungen – alle einzigartig und alle an diesem besonderen Tag unersetzlich. Schaut einmal, wie viele „Geschenke für uns“ es da bereits gibt. Würdet ihr da wirklich noch etwas hinzufügen wollen? Gibt es etwas, das wir uns mehr wünschen könnten? Wir glauben ehrlich gesagt: nein.
Und so bleibt nur noch das eine Geschenk, das wir uns wirklich wünschen: Kommt und feiert mit uns!
